Systemkonzeptionierung von Großschredderanlagen im Metall- und Schrottrecycling unter dem Einfluss umweltschutzrechtlicher Änderungen

Kraffczyk, Torben GND

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der neuen umweltschutzrechtlichen Forderungen des BREF für Abfallbehandlungsanlagen und des TA Luft-Entwurfes aus dem Jahre 2018 auf den Betrieb und die technische Weiterentwicklung von Großschredderanlagen in Deutschland. In ihr werden sowohl formalrechtliche, verfahrenstechnische als auch wirtschaftswissenschaftliche Aspekte des wertstromorientierten Schredderprozesses untersucht und in einem übergeordneten Systemkonzept zusammengeführt. Der Fokus liegt dabei in der Argumentation und Bewertung technischer Herausforderungen in Folge der Anwendung des europäischen und nationalen Regelwerks in Zeiten volatiler Marktstrukturen, im konjunkturellen Abwärtstrend der industriellen Wirtschaft und unter einem zunehmenden Wertstoffverfall des Inputstroms am Schredder. Der genannte Entwicklungsprozess umfasst neben der betriebs- und umweltschutzrechtlichen Evaluation, die Risikobewertung von Langzeitinvestitionen im Altanlagensegment. Er verbindet technische und zukunftsgerichtete Optimierungen in Abluft- und Umwelteinrichtungen mit strategischen Managemententscheidungen und zeigt auf, dass die aktuellen Gegebenheiten einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand der industriellen Großschredder in Deutschland haben. Damit birgt die Weiterentwicklung von Schredderanlagen zur Eisen-, Konsumgüter und Metallschrottaufbereitung neben genehmigungsrechtlichen vor allem wirtschaftliche Risiken. Die Zunahme der Entsorgungsmengen zur thermischen Verwertung wird darüber hinaus zum Indikator des wertstofflichen Verfalls im Massenstrom, welcher wiederum die Emissionspotentiale am Schredder steigert und die Optionen im Absatz senkt. Langfristig werden massenleistungsfähige Großschredderanlagen mit einer Antriebsleistung größer 3.000 bis 4.000 PS in Deutschland nur dann bestehen können, wenn beste verfügbare Techniken und das Stoffstrommanagement an diesen Anlagen, dem Anspruch einer modernen „Circular Economy“ gerecht werden. Das bedeutet konkret, dass der Schredderprozess in seiner Produktionsstruktur und im Sinne des Klimaschutzes, ressourcenschonend, energie- und kosteneffizient ausgelegt wird, eine systemübergreifende Prozessdigitalisierung zulässt und die Dynamik des Marktes sowie die stoffliche Entwicklung des Vormaterialgefüges, kurzfristig durch eine prozessorientiert nachhaltige Einkaufs- und Vertriebsstrategie auffängt.

The present work deals with possible effects of renewed legislative amendments in air pollution control to shredder emissions. Such amendments raise concerns related to the technical development of shredder operations in scrap and metal recycling under the present legislation of the European BREF for Waste Treatment and the 2018 draft version of the Technical Instructions on Air Quality Control (TA Luft) in Germany. Formal legal prerequisites, process engineering and economical aspects of the value stream oriented schredder process, constitute the prime focus of this work. They are being merged into a superordinated system concept. Its focus lies in the argumentation and evaluation of technical challenges as a major result of the implementation of legal terms in the age of volatile market conditions, present recession and value decline in prematerial compositions. The development process compromises operational, as well as environmental evaluation of older facilities as part of a risk management plan over future investments in the shredder sector. This work outlines the connection between future oriented optimization in advanced air treatment and environmental protection technologies with the need for strategic management decisions. The findings of this study show that the present operational constrains do have a major influence on the survival of industrial mega shredders in Germany. The advancement of schredder plants in the ferrous, consumer goods and metal scrap treatment/processing are subject to risks in licensing as well as in profitability. The increase of disposable volumes serves as an indicator of the value decline in the pre-material flow, which increases emissions and therfore decreases turnover options. The long-term perspective or existance of capacity-efficient mega shredders with a drive power larger than 3.000 to 4.000 hp, is bound to best available techniques and future oriented waste stream management strategies, which follow a modern interpretation of the circular economy. This means that the shredder process itself has to be resource-friendly, energy- and cost-efficient while still following the statuated emission limit values. The implementation of system-overlapping process digitalisation and process-oriented sales strategies will help to manage market dynamics as well as the development of the shredder pre-material in the future.

Vorschau

Zitieren

Zitierform:

Kraffczyk, Torben: Systemkonzeptionierung von Großschredderanlagen im Metall- und Schrottrecycling unter dem Einfluss umweltschutzrechtlicher Änderungen. Clausthal 2020.

Zugriffsstatistik

Gesamt:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:
12 Monate:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

Grafik öffnen

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export