Erneuerbare Energien in der Türkei : eine Analyse zu Chancen und Risiken für Investitionen

Eyeci, Fahri GND

Ausgangspunkt für diese Arbeit stellt das Bestreben der meisten Staatsregierungen dar, die Emissionen an Treibhausgasen (insbesondere Kohlenstoffdioxid) möglichst schnell und soweit wie möglich zu begrenzen. Die Türkei hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energiequellen an der elektrischen Energieversorgung bis 2023 auf mindestens 30 % zu erhöhen. Dieses Bestreben eröffnet neben der ökologischen Perspektive auch die Möglichkeit, die hohe Abhängigkeit von externen Kohle- und Gaslieferungen zu verringern um schließlich das Handelsbilanzdefizit zu senken, so dass hierfür weniger Devisen bereitzustellen sind. In diesem Kontext soll der Energieversorgungsmarkt in der Türkei, der bisher ausschließlich staatlich reguliert war, generell auch für Investoren geöffnet werden. Für das Engagement eines Investors ergeben sich drei Fragenkomplexe: • Wie ist der Energieversorgungsmarkt im Kontext mit der Stromerzeugung und mit dem Strombedarf strukturiert? • Welche Risiken erwachsen aus Investitionen in erneuerbare Energiesysteme in der Türkei? • Welche Perspektive eröffnet sich auf der Basis der vorhandenen erneuerbaren Energiepotenziale für einen Zeitraum, der über das Jahr 2023 hinausgeht? Um eine Basis für weitergehende Überlegungen zu den gestellten Fragenkomplexen zu erhalten, werden zunächst die verfügbaren Technologieansätze auch bezüglich ihres Aufbaus erläutert. So wird deutlich, welche Komponenten gegebenenfalls in der Türkei gefertigt werden können, denn hierfür wurden spezielle Förderinstrumente durch die Regierung eingerichtet. Ein weiteres Kapitel widmet sich den Potenzialen von erneuerbaren Energiequellen mit der Zielsetzung, herauszufinden, ob unter Berücksichtigung plausibel erscheinender Szenarien bis etwa 2050 eine Vollversorgung der Türkei mit Erneuerbaren Energien möglich ist, wobei auch der fluktuierenden Erzeugung elektrischer Energie aus Wind und Sonne durch Ausgleichselemente wie Wasserkraft, Geothermie und Bioenergie zur Bedarfsanpassung vom Ansatz her in einem separaten Abschnitt Rechnung getragen wird. Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Energiemarkt der Türkei an sich, seiner (gesetzlichen) Regulierung und Aspekten wie beispielsweise Stromnachfrage, Stromerzeugung und Einspeisevergütungen. Schließlich münden die erarbeiteten Aspekte in eine STEP-Analyse mit Fallstudien zu soziologischen, technologischen, ökonomischen und politischen Gegebenheiten in der Türkei, die wiederum die Grundlage für eine SWOT-Analyse bilden. Sie liefert Ansatzpunkte für Handlungsempfehlungen, um als Investor auf dem türkischen Energiemarkt möglichst erfolgreich sein zu können. Abschließend bleibt auch zu konstatieren, dass die Türkei insgesamt längerfristig ausschließlich mit Erneuerbaren Energien versorgt werden kann, wobei der Prozess dorthin erst begonnen wurde und sich künftig vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

The starting point for this work is the endeavor of most state governments to limit emissions of greenhouse gases (especially carbon dioxide) as quickly and as far as possible. Turkey has set itself the goal of increasing the share of renewable energy sources in the electricity supply to at least 30% by 2023. In addition to the environmental perspective, this endeavor also opens up the possibility of reducing the high dependency on external coal and gas supplies. This would ultimately reduce the trade deficit, so that less foreign exchange is required for this purpose. In this context, the energy supply market in Turkey, which was exclusively regulated by the state, should generally also be opened up to investors. There are three sets of questions for an investor's engagement: • How is the energy supply market structured in the context of power generation and power consumption? • What risks arise from investments in renewable energy systems in Turkey? • What perspective opens up on the basis of existing renewable energy potential for a period beyond 2023? In order to obtain a basis for further consideration of the question, the available technology approaches are first of all explained with regard to their structure. This makes it clear that which components may be manufactured in Turkey, as special support instruments have been set up by the government. A further chapter is devoted to the potential of renewable energy sources with the aim of finding out whether, taking into account plausible scenarios, a full supply of renewable energy to Turkey is possible until about 2050. That includes the fluctuating generation of electrical energy from wind and sun balancing elements such as hydropower, geothermal energy and bioenergy for adaptation to requirements are considered from the perspective of a separate section. Another chapter deals with Turkey's energy market itself, its (legal) regulation and aspects such as electricity demand, power generation and feed-in tariffs. Finally, the worked out aspects lead to a STEP-analysis with case studies on sociological, technological, economic and political conditions in Turkey, which forms the basis for a SWOT-analysis. It provides starting points for recommendations for action in order to be as successful as an investor in the Turkish energy market. In conclusion, it can also be stated that Turkey as a whole can be supplied exclusively with renewable energies in the longer term, whereby the process has only begun there and will offer many opportunities for development in the future

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Eyeci, Fahri: Erneuerbare Energien in der Türkei. eine Analyse zu Chancen und Risiken für Investitionen. Clausthal 2020.

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