Vertrauen bei der Entsorgung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland : Ergebnisse der bundesweiten Befragung

Seidl, Roman

Vertrauen in die involvierten Akteure spielt bei sicherheitsrelevanten Themen wie der Entsorgung des radioaktiven Abfalls eine zentrale Rolle. Damit eine hochtechnisierte Gesellschaft funktionieren kann, werden bestimmte gesellschaftliche Aufgaben an Institutionen und Personen mit dem notwendigen Sachwissen delegiert. Ein Beispiel dafür ist die fachgerechte Entsorgung radioaktiver Abfälle. Ein erfolgreiches Verfahren dazu setzt Vertrauen von Bürgerinnen und Bürgern in diejenigen voraus, welche diese Expertise haben. Dieses Vertrauen in die Experten und Institutionen wird an bestimmten zugeschriebenen Eigenschaften, die Vertrauen fördern, festgemacht. Bekannte Eigenschaften sind etwa Integrität, Unabhängigkeit, und Transparenz. Vertrauen zu erwerben ist bei einem so kontrovers diskutierten Thema, das mitunter auch emotional aufgeladen ist und in dem schon in früheren Verfahren Vertrauen verspielt worden ist, ein echtes Problem. Während das generelle Vertrauen in Deutschland (politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich) sich im europäischen Mittelfeld bewegt, lag das Vertrauen in Akteure im Bereich der nuklearen Entsorgung bisher deutlich unter dem europäischen Durchschnitt (Eurobarometer324 2014). Zudem ist die Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland ein besonders kontroverses Thema, für das es keine einfachen Lösungen gibt. Insbesondere durch die lange gesellschaftliche Ablehnung und den Protest gegen Kernenergienutzung und Castor-Transporte, kann man das Problem durchaus als ein soziotechnisches und als ein „wicked problem“ bezeichnen, welches mittels eines transdisziplinären Ansatzes bearbeitet werden muss (Pohl, Truffer & Hirsch-Hadorn, 2017). Ziel der Befragung, von der hier berichtet wird, war es, für Deutschland den aktuellen Stand des Vertrauens in Institutionen, Akteure und das laufende Standortauswahlverfahren für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle insgesamt zu erheben. Im transdisziplinären Arbeitspaket (TAP) TRUST des Projekts TRANSENS wird untersucht, wie ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Akteuren und Bevölkerung hergestellt werden kann. Dazu wollten wir wissen, welchen bekannten Institutionen und Akteuren wie sehr vertraut wird und wie dieses Vertrauen mit der Wahrnehmung von Risiken und Chancen durch ein Endlager zusammenhängen. Außerdem kamen in der Befragung weitere Themenbereiche zur Sprache, die aktuell diskutiert und im TAP TRUST bearbeitet werden. Dazu gehören Fragen zur Rückholbarkeit ebenso, wie zur Datengrundlage für unterirdische Erkundung.

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Seidl, Roman: Vertrauen bei der Entsorgung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland. Ergebnisse der bundesweiten Befragung. Clausthal-Zellerfeld 2021. TU Clausthal.

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